Mediation ohne Partitur

Mediation ohne Partitur

Über ein Handwerk ohne vorweggenommene Lösung

Prolog – Vier Musiker sind noch kein Quartett

Der Film Der Klang der Stradivari von Grégory Magne ist derzeit in den Kinos zu sehen. Ich habe ihn vor wenigen Tagen gesehen – und war weniger von der Aura der berühmten Instrumente fasziniert als von einer anderen Bewegung, die der Film entfaltet: Wie aus vier außergewöhnlichen Musiker:innen überhaupt erst ein Quartett werden kann.

Astrid Thompson leitet eine Stiftung, die auf Anweisung ihres verstorbenen Vaters vier berühmte Stradivari-Instrumente erworben hat. Ihr Bruder führt das Familienunternehmen und begegnet den philanthropischen Aktivitäten der Stiftung und den Vorgaben des Vaters mit deutlichem Argwohn. Schon darin liegt eine Spannung, die über das bevorstehende Konzert hinausweist: zwischen Vermächtnis und Gegenwart, familiärer Verantwortung und institutionellem Auftrag, wirtschaftlicher Vernunft und kultureller Idee.

Astrid will nun verwirklichen, was in der Sammlung dieser Instrumente von Anfang an angelegt war: Sie sollen nicht nur bewahrt, sondern gemeinsam zum Klingen gebracht werden. Für ein einmaliges Konzert lädt sie vier außergewöhnliche Musiker:innen ein – Lise, George, Peter und Apolline.

Die Instrumente sind außergewöhnlich. Die Musiker:innen ebenso. Jede und jeder von ihnen verfügt über hohe Virtuosität, eine eigene künstlerische Handschrift und eine ausgeprägte Vorstellung davon, wie Musik zu klingen hat.

Eigentlich scheint alles vorhanden zu sein, was ein außergewöhnliches Konzert verspricht.

Und doch funktioniert es nicht.

Was jede und jeder für sich beherrscht, fügt sich nicht zusammen. Unterschiedliche Temperamente, Selbstverständnisse, Verletzlichkeiten, Ansprüche und Eitelkeiten geraten aneinander. Die Proben werden zunehmend zum Schauplatz dessen, was zwischen den Musiker:innen nicht gelingt.

Als die Situation festgefahren scheint, holt Astrid Charlie Beaumont, den Komponisten der Partitur.

Er kommt nicht als Dirigent. Er nimmt niemandem das Instrument aus der Hand. Und er spielt den Musiker:innen auch nicht einfach vor, wie sie miteinander musizieren sollen.

Er hört.

Er unterbricht.

Er stellt Fragen.

Er verändert die Aufmerksamkeit.

Und langsam beginnt sich etwas im Zusammenspiel zu verschieben.

Wer als Mediator:in diesen Film sieht, kann sich einer gewissen Nähe kaum entziehen. Vieles von dem, was Charlie Beaumont tut, erinnert an mediatives Arbeiten.

Und doch liegt gerade in dieser Nähe eine entscheidende Differenz:

Charlie kennt die Partitur. Mediator:innen kennen sie nicht.

Für mich beginnt genau dort die eigentliche Frage: Was lässt sich an Charlie Beaumont über das Handwerk der Mediation lernen – und wo darf eine Mediator:in ihm gerade nicht folgen?

Wenn Können allein nicht genügt

Eine der stärksten Voraussetzungen des Films liegt darin, dass es nicht an Kompetenz mangelt.

Die vier Musiker:innen müssen nicht erst lernen, ihr Instrument zu beherrschen. Sie sind Virtuos:innen. Jede und jeder von ihnen bringt Erfahrung, Können und eine ausgeprägte professionelle Identität mit.

Das Problem entsteht zwischen ihnen.

Diese Konstellation ist der Mediation sehr vertraut. Konflikte entstehen keineswegs nur deshalb, weil Menschen unvernünftig, unfähig oder kommunikativ unbeholfen wären. Gerade in Unternehmen, Organisationen, Familien oder professionellen Zusammenhängen begegnen einander häufig Menschen, die für sich hochgradig handlungsfähig sind.

Und trotzdem kann etwas im gemeinsamen Handeln blockieren.

Dann besteht die Aufgabe nicht darin, die Beteiligten erst vernünftig oder kompetent zu machen. Vielmehr gilt es wahrzunehmen, was geschieht, wenn unterschiedliche Wahrnehmungen, Interessen, Erwartungen, Rollen und Selbstverständnisse aufeinandertreffen.

Vier hervorragende Musiker sind noch kein Quartett.

Und mehrere kompetente Menschen bilden nicht automatisch ein tragfähiges gemeinsames Handlungssystem.

Mediation beginnt deshalb früher, als die Suche nach einer Lösung vermuten lässt. Sie beginnt mit der Wahrnehmung dessen, was im Zusammenspiel geschieht.

Hören ist mehr als Zuhören

Kammermusik verlangt mehr als die Beherrschung des eigenen Parts. Wer in einem Quartett spielt, muss zugleich spielen, hören, reagieren, Raum geben, übernehmen, sich zurücknehmen und darauf achten, was zwischen den Stimmen geschieht.

Das ist mehr als bloße Koordination.

Auch mediatives Zuhören erschöpft sich nicht darin, Aussagen korrekt aufzunehmen oder anschließend zusammenzufassen.

Eine Mediator:in hört nicht nur, was gesagt wird.

Sie hört auch, was zwischen dem Gesagten geschieht.

Sie nimmt wahr, welche Antwort auf welche andere folgt. Sie bemerkt, wenn zwei Menschen scheinbar über denselben Gegenstand sprechen und doch Unterschiedliches meinen. Sie hört, wenn eine Aussage nicht beantwortet, sondern übergangen wird. Wenn eine Stimme lauter wird, weil sie sich nicht gehört erlebt. Wenn ein Sachargument zugleich eine Kränkung, eine Erwartung oder eine Sorge mittransportiert.

Sie nimmt auch wahr, wenn sich das Tempo eines Gesprächs verändert. Wenn kaum noch Zwischenräume bleiben. Wenn jemand äußerlich weiterspricht, innerlich aber längst ausgestiegen ist.

Mediatives Zuhören richtet sich deshalb nicht nur auf einzelne Stimmen.

Es richtet sich auf ihr Verhältnis zueinander.

Wer nur die einzelne Stimme hört, hört noch nicht das Ensemble.

Die eigene Stimme muss nicht verschwinden

Ein Quartett entsteht nicht dadurch, dass vier Musiker:innen möglichst ähnlich spielen.

Jede Stimme besitzt ihre eigene Klangfarbe, ihre eigene Funktion, ihre eigene Präsenz. Das Zusammenspiel verlangt deshalb eine eigentümliche Balance zwischen Selbstbehauptung und Zurücknahme.

Für die Mediation ist gerade diese Balance interessant.

Denn Mediation ist kein Verfahren zur Herstellung von Gleichklang.

Menschen sollen ihre unterschiedlichen Sichtweisen, Interessen, Bedürfnisse oder Überzeugungen nicht verlieren, damit Verständigung möglich wird. Ein tragfähiger Dialog entsteht nicht dadurch, dass Differenzen verschwinden.

Verständigung setzt vielmehr voraus, dass Unterschiede überhaupt erkennbar bleiben dürfen.

Die Herausforderung besteht also nicht darin, die eigene Stimme so weit zurückzunehmen, bis sie kaum noch hörbar ist. Sie besteht darin, mit einer eigenen Stimme so präsent zu bleiben, dass daneben noch andere Stimmen gehört werden können.

Das unterscheidet Verständigung von Anpassung.

Und es schützt Mediation vor einem verbreiteten Missverständnis: ihrem vermeintlichen Auftrag zur Harmonisierung.

Nicht jede Mediation endet in Harmonie.

Nicht jede Differenz lässt sich auflösen.

Nicht jeder Konflikt muss in Einigkeit münden.

Aber unterschiedliche Positionen können möglicherweise wieder aufeinander bezogen werden.

Das ist weniger als Harmonie.

Und möglicherweise mehr.

Warum machen Sie Musik?

Eine der bemerkenswertesten Bewegungen Charlie Beaumonts besteht darin, die Musiker:innen nicht immer weiter über ihre Konflikte miteinander sprechen zu lassen.

Er führt sie zurück zu ihrer eigenen Beziehung zur Musik.

Warum machen Sie Musik?

Die Frage führt weg von der unmittelbaren Auseinandersetzung und zugleich tiefer in sie hinein.

Plötzlich geht es nicht mehr ausschließlich darum, wer in der Probe wen übergangen, missverstanden oder gekränkt hat. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die einzelne Person und darauf, was sie überhaupt mit diesem gemeinsamen Vorhaben verbindet.

Auch Konflikte entwickeln eine starke Eigendynamik. Je länger sie dauern, desto stärker kann sich die Aufmerksamkeit auf das Verhalten der jeweils anderen Person verengen.

Warum tut er das?

Warum versteht sie das nicht?

Warum muss ich mich schon wieder rechtfertigen?

Die andere Person wird zum Zentrum der eigenen Wahrnehmung.

Gerade dann kann es hilfreich sein, den Blick zunächst zurückzuführen.

Was ist mir daran eigentlich wichtig?

Was steht für mich auf dem Spiel?

Was möchte ich bewahren?

Was befürchte ich zu verlieren?

Wofür möchte ich Verantwortung übernehmen?

Diese Bewegung zur eigenen Bedeutung ist kein Rückzug aus dem Dialog.

Sie kann erst ermöglichen, dass Dialog wieder entsteht.

Denn wer ausschließlich über die andere Person spricht, bleibt an sie gebunden. Wer den eigenen Bezug zum Konflikt genauer versteht, gewinnt möglicherweise wieder Handlungsspielraum.

Der Mediator ist kein Dirigent

Die musikalische Metapher birgt allerdings eine Versuchung.

Man könnte meinen, Charlie Beaumont sei die ideale Figur für den Mediator: Er kommt in ein dysfunktionales Ensemble, erkennt das Problem und bringt die Musiker:innen schließlich dazu, miteinander zu spielen.

Doch genau hier muss die Analogie unterbrochen werden.

Charlie ist nicht nur Prozessbegleiter.

Er ist der Komponist.

Er hat das Werk geschrieben.

Er kennt die Partitur. Er verfügt damit über eine Vorstellung davon, was musikalisch in ihr angelegt ist und wie das Werk grundsätzlich zusammengehört.

Eine Mediator:in darf diese Autorität gerade nicht besitzen.

Sie weiß nicht, wie die Vereinbarung am Ende aussehen soll.

Sie kennt nicht die richtige Verteilung.

Sie weiß nicht, ob eine Beziehung fortgeführt oder beendet werden sollte.

Sie kann nicht entscheiden, welche Form einer Unternehmensnachfolge gerecht, welche familiäre Regelung angemessen oder welche organisatorische Lösung richtig ist.

Mediator:innen besitzen keine Partitur des Ergebnisses.

Gerade deshalb ist auch das Bild des Dirigenten für Mediation problematisch.

Ein Dirigent gibt Einsätze, bestimmt Tempo, Dynamik und Interpretation. Das Orchester folgt seiner Leitung.

Mediation funktioniert anders.

Die Beteiligten bleiben Autor:innen dessen, was aus ihrem Prozess entsteht.

Die Mediator:in trägt Verantwortung für die Bedingungen des Verfahrens, nicht für dessen inhaltliches Ergebnis.

Vielleicht lässt sich die Differenz so fassen:

Die Mediator:in komponiert nicht die Lösung. Sie gestaltet einen Raum, in dem die Beteiligten ihre gemeinsame Partitur überhaupt erst entwickeln können.

Intervention ohne Ergebniswissen

Damit erhält auch die Intervention einen anderen Stellenwert.

Wer die Lösung nicht kennt, kann dennoch professionell handeln.

Das klingt selbstverständlich und gehört doch zu den anspruchsvollsten Zumutungen mediativer Arbeit.

Professionelle Kompetenz wird häufig damit verbunden, Antworten zu besitzen.

Wer etwas weiß, sagt, was zu tun ist.

Wer Expertise besitzt, schlägt Lösungen vor.

Wer eine Situation durchschaut, korrigiert sie.

Mediative Professionalität folgt einer anderen Logik.

Eine Mediator:in kann sehr wohl wahrnehmen, dass ein Gespräch festgefahren ist.

Sie kann erkennen, ob gerade der Gegenstand unklar ist, ob eine Person zunächst ihre eigene Position genauer verstehen muss, ob Begegnung wieder möglich geworden ist oder ob bereits Gestaltung versucht werden kann.

Sie kann verlangsamen.

Sie kann eine Frage stellen.

Sie kann spiegeln.

Sie kann eine bislang übersehene Differenz sichtbar machen.

Sie kann die Reihenfolge verändern.

Sie kann dafür sorgen, dass eine Stimme zunächst allein gehört wird.

Sie kann einen Versuch ermöglichen.

Aber sie muss nicht wissen, wohin dieser Versuch führen wird.

Darin liegt eine Besonderheit mediativen Handwerks:

Intervention ohne Ergebniswissen.

Im Ad_Monter Meta Modell lässt sich diese Bewegung als Wechsel unterschiedlicher Operationslogiken verstehen: den Gegenstand klären, Raum für Selbstklärung öffnen, Begegnung ermöglichen und Gestaltung erproben.

Doch auch diese Bewegungen bilden kein starres Nacheinander.

Wie beim gemeinsamen Musizieren kann etwas ausprobiert, gehört, geprüft und wieder verändert werden.

Ein Versuch gelingt noch nicht.

Man kehrt zurück.

Man hört anders.

Man setzt neu an.

Prozessarchitektur ist deshalb kein Drehbuch.

Verantwortung lässt sich nicht bündeln

Auch Astrids Rolle ist dafür aufschlussreich.

Sie hält einen anderen Teil des Geschehens.

Sie vertritt die Stiftung. Sie trägt Verantwortung für das Vermächtnis ihres Vaters. Sie sorgt dafür, dass die Instrumente, die Musiker:innen, der Ort und der Anlass zusammenkommen.

Ohne sie gäbe es den Prozess nicht.

Und doch kann sie das Quartett nicht herstellen.

Auch Charlie kann es nicht.

Er kann intervenieren, anregen, wahrnehmen, irritieren und Orientierung geben.

Aber spielen müssen die Musiker:innen selbst.

Damit macht der Film etwas sichtbar, das auch für Mediation zentral ist: Unterschiedliche Menschen können für denselben Prozess unterschiedliche Verantwortung tragen.

Astrid kann den Rahmen schaffen.

Charlie kann einen Prozess begleiten.

Die Musiker:innen müssen miteinander spielen.

Niemand kann dem anderen dessen Verantwortung abnehmen.

Gerade daran geraten Mediationsverfahren immer wieder unter Druck.

Mediator:innen sollen dafür sorgen, dass endlich eine Lösung entsteht.

Sie sollen verhindern, dass ein Gespräch scheitert.

Sie sollen gewährleisten, dass die Beteiligten wieder miteinander können.

Doch eine solche Garantie kann es nicht geben.

Professionelle Prozessverantwortung ist nicht Ergebnisverantwortung.

Sie bedeutet, Bedingungen verantwortungsvoll zu gestalten, unter denen Beteiligte selbst entscheiden und handeln können.

Was ist dann das Handwerk?

Wenn die Mediator:in weder komponiert noch dirigiert, weder Lösungen vorgibt noch Ergebnisse garantiert – worin liegt dann ihre professionelle Leistung?

Vielleicht gerade in Tätigkeiten, die weniger spektakulär erscheinen.

Im genauen Hören.

Im Unterscheiden.

Im richtigen Zeitpunkt einer Frage.

Im Aushalten einer Pause.

Im Erkennen, wann eine Person Raum benötigt und wann Begegnung möglich wird.

Im Wissen darum, wann eine Intervention hilfreich ist – und wann Zurückhaltung professioneller wäre.

Im Schutz eines Rahmens.

Im Offenhalten von Möglichkeiten.

Im Vertrauen darauf, dass Beteiligte mehr wahrnehmen und gestalten können, als der Konflikt im jeweiligen Moment sichtbar werden lässt.

Mediatives Handwerk zeigt sich deshalb nicht nur darin, was eine Mediator:in tut.

Es zeigt sich ebenso darin, wann sie etwas tut.

Und wann nicht.

Eine Note kann richtig sein und dennoch zum falschen Zeitpunkt gespielt werden.

Auch eine gute Frage kann zu früh kommen.

Eine hilfreiche Intervention kann störend werden, wenn sie eine Bewegung unterbricht, die gerade selbst entsteht.

Handwerk bedeutet daher nicht nur, über Interventionen zu verfügen.

Es bedeutet, ihre Notwendigkeit beurteilen zu können.

Die Kunst, entbehrlich zu werden

So liegt darin schließlich eine besondere Zumutung professioneller Mediation.

Die Mediator:in arbeitet darauf hin, weniger gebraucht zu werden.

Am Ende soll nicht Charlie Beaumont spielen.

Das Quartett muss spielen.

Der gemeinsame Klang muss zwischen den Musiker:innen entstehen.

Für Mediation lässt sich daraus ein anspruchsvolles Kriterium ableiten.

Nicht:

Wie überzeugend war meine Intervention?

Nicht:

Wie brillant habe ich das Gespräch geführt?

Nicht einmal:

Habe ich eine Lösung ermöglicht?

Sondern:

Sind die Beteiligten ein Stück weit wieder in der Lage, selbst wahrzunehmen, zu unterscheiden, einander zu antworten und gemeinsam zu gestalten?

Professionelle Prozessbegleitung erzeugt im besten Fall keine Abhängigkeit von Prozessbegleitung.

Sie stärkt Selbststeuerung.

Darin liegt eine eigentümliche Form professioneller Zurücknahme: Die eigene Leistung besteht gerade darin, dass sie sich im Handeln anderer fortsetzt.

Epilog – Vier Stimmen

Ein Quartett entsteht nicht dadurch, dass vier Menschen dieselbe Stimme finden.

Die erste Violine bleibt erste Violine.

Die zweite bleibt zweite.

Die Bratsche bleibt Bratsche.

Das Cello verliert seinen eigenen Klang nicht.

Und auch die Musiker:innen verschwinden nicht hinter einem abstrakten Ganzen.

Was sich verändert, ist ihr Verhältnis zueinander.

Sie hören anders.

Sie reagieren anders.

Sie lassen Raum.

Sie übernehmen.

Sie treten hervor.

Sie treten zurück.

Aus vier eigenständigen Stimmen kann etwas entstehen, das keine von ihnen allein hervorbringen könnte.

Darin liegt für mich die nähere Verwandtschaft zwischen Quartett und Mediation.

Nicht in der Herstellung von Harmonie.

Nicht in der Auflösung von Differenz.

Und schon gar nicht in der Vorstellung eines Mediators, der Menschen wie ein Dirigent zu einem vorher bekannten Ergebnis führt.

Sondern in der Möglichkeit, einen Raum zu schaffen, in dem unterschiedliche Stimmen hörbar bleiben und dennoch aufeinander antworten können.

Charlie Beaumont kennt die Partitur.

Mediator:innen kennen sie nicht.

Gerade darin liegt ihre besondere Aufgabe.

Sie müssen den gemeinsamen Klang nicht kennen.

Sie müssen wahrnehmen können, was sein Entstehen verhindert – und Bedingungen schaffen, unter denen die Beteiligten ihren eigenen finden.